Diese E-Mail von Penelope erreichte uns am 19.05.2003
Hallo Familie,
ich möchte euch heute auch mal ein paar Zeilen schreiben lassen.
Als erstes: mir geht's super. Ich lümmele mich gerade auf Frauchens Schreibtisch rum
und lass mir den Bauch kraulen. Zwischendurch bekomm ich hier und da noch einen Leckerli in mein
Mäulchen geschoben. So kann man es sich schon gut gehen lassen.
Ich hoffe, meinen Eltern, den Dosenöffnern und dem Rest, der da rumwuselt, geht's auch so gut.
Das es meiner Schwester, die ja jetzt Pia heißt, und Paulchen gut geht, hab ich mir ja schon vorlesen
lassen. Meiner einer wird ja jetzt Penelope gerufen.
Ich kann noch nicht raus. Irgendwann sollen wir zwar ein Außengehege bekommen,
aber das wird wohl noch einen Winter überdauern.
Ja, ihr habt richtig gelesen, ich bin nicht allein hier. Auf dem Foto könnt ihr meinen Freund sehen,
er heißt Nepomuk. Morgens wird uns beiden immer das Fenster geöffnet. Dann sitzen wir beide
eng aneinander gekuschelt nebeneinander und beobachten das Treiben draußen. Am
interessantesten sind die Vögel. Gerne würde ich ja mal rauspringen, dann würde
ihnen aber ihr Piepen vergehen.
Aber Nepomuk meint, das würde mächtigen Ärger
mit unseren Dosenöffnern geben. Mit denen sollte man es sich ja bekanntlich nicht verscherzen.
Keine Angst, ich hab hier die Hosen an. Wenn mein Herrchen kommt, werd ICH
als erstes begrüßt. Nur manchmal drängelt sich der dicke alte Dackel vor. Dann kommt Nepomuk
und dann vielleicht Frauchen. Er sagt immer, ich bin seine Freundin. Wenn der Große (der Sohn
vom Herrchen) kommt, werd ICH auch wieder als erstes begrüßt.
Er nennt mich nur Prinzessin. Wenn die beiden da sind, bräuchte ich eigentlich gar nicht laufen,
weil die mich überall hintragen.
Am schlimmsten ist es wenn die Tochter der Dosenöffner kommt. Die hat immer so ein
Menschenbaby dabei. Aber was viel schlimmer ist: die schleppen auch noch immer ihren Hunde-Welpen
mit. Ich mein, daß Menschenbaby hab ich im Griff. Zumal ich ja auf allen Vieren viel schneller bin
als sie. Den Welpen musste ich mir erst erziehen. Der bekommt immer gleich, wenn er kommt, links und
rechts eine. Je nach Gelegenheit noch eine paar mal zwischendurch, auch wenn er gerade schläft.
Und natürlich zum Abschied mit der Hoffnung, daß er das nächste mal nicht mehr
kommt.
Ich bin immer ganz lieb.
Außer wenn ich mal wieder versuche, eine Fliege zu haschen und dabei auf der Wohnzimmerlampe
lande, dann schimpfen sie immer mit mir und sind ganz aufgeregt (mir könnte ja was passieren).
Oder wenn ich Sonntag Früh um Fünf Nepomuk wecke um zu spielen. Oder ich versuche,
Nepomuk auf die Anbauwand zu folgen. Sie sagen, daß ist das einzige Plätzchen,
wo er noch Ruhe vor mir hat.
Von Nepomuk hab ich letztens auch ganz schön Schimpfe bekommen. Nur weil ich mal Micky
beschnüffeln wollte. Micky ist die Hauskatze der Nachbarn und ist einfach durchs
Küchenfenster eingestiegen. Als das Nepomuk gesehen hat, ist er sehr böse geworden.
Nach wenigen Augenblicken sind von Micky nur noch Fellbüschel übrig geblieben.
Er ist immer sehr besorgt um mich.
Jetzt muss ich aber aufhören. Ich hab mir schon mein Mund fusslig miaut.
Ich hoffe, ich hör und sehe von den anderen auch mal wieder was.
An alle ganz liebe Grüße
Eure
Penelpope